Was bedeutet Recoupment?
Recoupment ist die Verrechnung eines Vorschusses oder vorgestreckter Kosten mit deinen späteren Einnahmen: Wer dir Geld vorab zahlt, behält deinen Anteil an den Royalties so lange ein, bis der Betrag wieder eingespielt ist. Erst danach wird ein Release „recouped“, und die Einnahmen fließen wieder an dich. Entscheidend ist nicht nur die Höhe des Vorschusses, sondern welche Kosten verrechnet werden, aus welchem Anteil und was passiert, wenn die Einnahmen nicht reichen.
Wie funktioniert Recoupment bei einem Vorschuss?
Angenommen, du erhältst einen Vorschuss für ein Musikvideo. Ab der nächsten Abrechnung werden deine Royalties nicht ausgezahlt, sondern mit dem offenen Betrag verrechnet. Wie schnell das geht, hängt davon ab, welcher Anteil deiner Einnahmen in die Verrechnung fließt — manche Verträge verrechnen alles, andere nur einen Teil, damit du weiter laufende Einnahmen hast. Ist der Vorschuss ausgeglichen, endet die Verrechnung und du bekommst deine Royalties wieder in voller Höhe.
Recoupable: welche Kosten verrechnet werden
In klassischen Label-Verträgen wird oft nicht nur der Vorschuss verrechnet, sondern auch Kosten, die das Label vorstreckt: Studio, Produktion, Musikvideo, Marketing, Tour-Support. Solche Posten heißen recoupable. Da das Label sie aus deinem Anteil zurückholt, obwohl es selbst davon profitiert, kann ein Release viele Streams haben und trotzdem jahrelang nicht recouped sein. Lies deshalb genau, welche Kosten der Vertrag als recoupable definiert — und ob du sie freigeben musst.
Cross-Collateralization: die unterschätzte Klausel
Cross-Collateralization bedeutet, dass mehrere Releases oder Verträge gemeinsam verrechnet werden. Ein erfolgreiches Album zahlt dann die Schulden eines schwächeren Vorgängers ab, bevor du selbst etwas siehst. Das gilt teilweise sogar über Vertragsarten hinweg, etwa zwischen Plattenvertrag und Verlagsvertrag bei derselben Firma. Verhandelbar ist fast immer: Verrechnung nur pro Release oder pro Vertrag.
Was passiert, wenn der Vorschuss nie recouped wird?
Das regelt der Vertrag. Bei einem non-recourse-Vorschuss ist der unverrechnete Rest keine persönliche Schuld: Wenn die Einnahmen nicht reichen, trägt der Geldgeber das Risiko. Bei anderen Modellen kann der Rest zurückgefordert werden oder mit künftigen Releases verrechnet werden. Achte auch darauf, wie lange Rechte gebunden bleiben, solange ein Release nicht recouped ist — das ist oft der eigentliche Preis eines Vorschusses.
Recoupment im Blick behalten
Verlange regelmäßige Abrechnungen, auf denen offener Betrag, verrechnete Einnahmen und Restlaufzeit getrennt aufgeführt sind. Rechne selbst nach: Wie viele Monate braucht dein Katalog bei heutigen Einnahmen, bis der Vorschuss ausgeglichen ist? Eine grobe Orientierung, was Streams einbringen, gibt der Spotify-Rechner. Wie Vorschüsse bei OGRECORDS™ aufgebaut sind — Verrechnung, Laufzeit, was bei zu geringen Einnahmen passiert — steht transparent auf der Seite zum Vorschuss für Musiker.
Häufige Fragen
Was heißt „recouped“?
Ein Release oder Vertrag ist recouped, wenn die verrechneten Einnahmen den Vorschuss und alle recoupable Kosten gedeckt haben. Ab dann werden deine Royalties wieder ausgezahlt.
Muss ich einen Vorschuss zurückzahlen, wenn er nicht recouped wird?
Das hängt vom Vertrag ab. Bei einem non-recourse-Vorschuss nicht — dann trägt der Geldgeber das Risiko. Andere Verträge sehen Rückforderung oder Verrechnung mit künftigen Releases vor. Lies diese Klausel vor der Unterschrift.
Verliere ich durch Recoupment meine Rechte?
Recoupment selbst betrifft nur das Geld. Viele Label-Verträge koppeln aber Rechte an den Vertrag, etwa die Master-Rechte für eine lange Laufzeit. Prüfe getrennt, was mit dem Geld und was mit den Rechten passiert.
Was bedeutet Recoupment Rate?
Der Anteil deiner Einnahmen, der in die Verrechnung fließt. Je höher er ist, desto schneller ist der Vorschuss ausgeglichen — desto weniger bekommst du aber in der Zwischenzeit ausgezahlt.
Werden Streaming-Einnahmen und Sync-Gebühren gleich verrechnet?
Das legt der Vertrag fest. Oft fließen alle Einnahmen aus dem Vertragsgegenstand in die Verrechnung, also auch Sync-Gebühren oder UGC-Erlöse. Manche Verträge nehmen einzelne Quellen aus oder verrechnen sie mit einem anderen Anteil — ein Punkt, der sich verhandeln lässt.
Vorschuss auf deine Royalties.
Wie Vorschüsse bei OGRECORDS™ funktionieren: Verrechnung, Laufzeit und was passiert, wenn die Einnahmen nicht reichen — transparent erklärt.